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Tierliebe und Fleischproduktion - wie geht das?

22. septembre 2026

Eine Frage, die uns immer wieder beschäftigt.

Wir lieben unsere Tiere.

Wir kennen ihre Namen, ihre Eigenheiten und ihre Geschichten. Wir wissen, wer besonders neugierig ist, wer lieber Abstand hält, wer sich gerne kraulen lässt und wer zuverlässig dort auftaucht, wo er eigentlich nichts zu suchen hätte.

Wir freuen uns über jedes neugeborene Kalb, kümmern uns um schwache Tiere und verbringen unzählige Stunden damit, dass es ihnen gut geht.

Und trotzdem produzieren wir Fleisch.

Für manche Menschen ist das ein Widerspruch.

Für uns ist es eine Verantwortung.

Zwischen zwei Welten

Manchmal haben wir das Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen.

Für manche Menschen aus der Landwirtschaft sind wir fast ein wenig zu tierlieb. Unsere Tiere haben Namen, einige dürfen unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Leistung für immer bei uns bleiben und manchmal entscheiden wir mit dem Herzen, obwohl der Kopf vermutlich etwas anderes sagen würde.

Für manche Tierliebhaberinnen und Tierliebhaber wiederum ist allein die Tatsache unverständlich, dass Tiere unseres Hofes irgendwann geschlachtet werden.

Beide Seiten zu verstehen, ist nicht immer einfach.

Aber genau zwischen diesen beiden Welten liegt unsere Haltung.

Fleisch ist nicht einfach ein anonymes Produkt

Wer Fleisch isst, trägt Verantwortung.

Denn Fleisch beginnt nicht in einer Verpackung und auch nicht in einer Kühltheke. Dahinter steht immer ein Tier, das gelebt hat.

Ein Tier, das gefressen, geschlafen, die Sonne gespürt und Zeit mit seiner Herde verbracht hat.

Auf dem Blüemlisberg möchten wir diesen Zusammenhang nicht verstecken. Unsere Tiere sollen ein möglichst gutes, artgerechtes Leben führen. Sie verbringen viel Zeit draussen, leben in ihren Herden und werden von Menschen betreut, die sie kennen.

Wenn eines unserer Tiere geschlachtet wird, ist uns bewusst, welches Leben dahintersteht.

Das macht diesen Moment nicht leichter.

Aber vielleicht sollte Fleischproduktion auch niemals gedankenlos und gleichgültig sein.

Tierliebe endet für uns nicht dort, wo es schwierig wird

Ein Tier zu lieben bedeutet für uns nicht zwingend, dass es niemals geschlachtet werden darf.

Es bedeutet, Verantwortung für sein gesamtes Leben zu übernehmen.

Für seine Haltung.

Für seine Gesundheit.

Für sein Wohlbefinden.

Und irgendwann auch für sein Ende.

Wir möchten unseren Tieren mit Respekt begegnen – vom ersten bis zum letzten Tag. Dazu gehört für uns auch, möglichst viel von einem Tier zu verwerten und Fleisch wieder als das zu betrachten, was es eigentlich ist:

Ein wertvolles Lebensmittel und keine beliebige Massenware.

Weniger, dafür bewusster

Wir möchten niemandem vorschreiben, ob oder wie viel Fleisch er essen soll.

Wer sich konsequent vegan ernährt, weil er keine Tiere für seine Ernährung nutzen möchte, vertritt eine Haltung, die wir respektieren können.

Schwieriger finden wir es, wenn Fleisch möglichst billig sein soll und gleichzeitig niemand wissen möchte, woher es stammt und unter welchen Bedingungen das Tier gelebt hat.

Unsere Antwort darauf ist nicht, möglichst viel Fleisch zu produzieren.

Unsere Antwort lautet:

Weniger, bewusster und mit einer klaren Herkunft.

Wenn Fleisch gegessen wird, dann lieber von einem Tier aus der Region, dessen Haltung nachvollziehbar ist – statt von einem unbekannten Tier aus einer anonymen Produktion.

Jedes Tier bleibt ein Lebewesen

Unsere Tiere sind keine Nummern.

Auch jene nicht, die später der Fleischproduktion dienen.

Sie haben ihren eigenen Charakter, gehören zu einer Herde und sind während ihres Lebens ein Teil des Blüemlisbergs.

Gerade weil wir sie kennen, möchten wir sorgsam mit ihnen umgehen. Und gerade weil uns ihr Leben nicht gleichgültig ist, möchten wir offen darüber sprechen, woher unser Fleisch kommt.

Ohne romantische Verklärung.

Ohne etwas zu verstecken.

Aber auch ohne uns dafür zu schämen.

Unsere Haltung

Tierliebe und Fleischproduktion schliessen sich für uns nicht aus.

Im Gegenteil: Wer Tiere hält und daraus Lebensmittel gewinnt, sollte ihnen mit besonderem Respekt begegnen.

Wir behaupten nicht, auf jede schwierige Frage die perfekte Antwort zu haben. Auch wir hinterfragen unsere Entscheidungen, entwickeln unsere Haltung weiter und versuchen, jeden Tag ein wenig besser zu werden.

Aber eines ist für uns klar:

Unsere Tiere sollen auf dem Blüemlisberg ein gutes Leben führen.

Sie sollen mit Würde und Respekt behandelt werden.

Und wenn aus einem ihrer Leben Lebensmittel entstehen, dann möchten wir diesem Leben den Wert geben, den es verdient. ❤️

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